Newsletter 2020

Ausgabe 02

In diesem Newsletter:

IM TREND | INVESTMENTMARKT FÜR SERVICE-WOHNEN WÄCHST AUCH 2020

IM FOKUS | UMFRAGE: INTEGRATION IN DER RESIDENZ UND GESTALTUNGSSPIELRAUM SIND ENTSCHEIDEND

IM INTERVIEW | „DIE INVESTORENNACHFRAGE BLEIBT HOCH“

IM EIGENER SACHE | TERRAGON mit weiteren Meilensteinen

IN DER PRESSE | LERNEN AUS DER CORONA-KRISE – NACHHALTIG MUSS MEHR BEDEUTEN ALS ÖKOLOGISCH

Editorial

 

von Dr. Michael Held

Liebe Leserinnen und Leser,

der Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr fiel mitten in die Vorbereitungsphase unseres ersten Newsletters 2020. Schnell musste umgeplant und recherchiert werden, um Ihnen einen soliden Eindruck von den ersten Folgen zu liefern. Seitdem ist viel geschehen. Und so haben wir auch diesen Newsletter dem einen Thema gewidmet, für das 2020 in die Geschichte eingehen wird.

der Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr fiel mitten in die Vorbereitungsphase unseres ersten Newsletters 2020. Schnell musste umgeplant und recherchiert werden, um Ihnen einen soliden Eindruck von den ersten Folgen zu liefern. Seitdem ist viel geschehen. Und so haben wir auch diesen Newsletter dem einen Thema gewidmet, für das 2020 in die Geschichte eingehen wird.

Die Antwort lautet in den meisten Fällen: besonnen und ruhig. Natürlich machen die Sonderregelungen und Einschränkungen vieles schwieriger. Doch es ändert sich bei Weitem nicht alles, und gelungenes Service-Wohnen bietet den Bewohnern glücklicherweise sichere Strukturen. Das zeigt ganz grundsätzlich auch die Umfrage, die wir noch vor dem Beginn der Pandemie unter Nutzern der von TERRAGON entwickelten AGAPLESION RESIDENZ HAVELGARTEN in Berlin durchführen konnten. Neben dem positiven Echo wertschätzen wir auch die Kritik – gerade in diesen Zeiten ist Feedback essenziell für Verbesserungen.

Eines ist jedoch auch 2020 keine echte Überraschung: die positive Entwicklung des Investmentmarkts für Service-Wohnen im Corona-Jahr. Im Gespräch für den Newsletter stellte auch Sabine Hirtreiter, Expertin für Seniorenwohnen bei bulwiengesa, die langfristige Stabilität noch einmal heraus. Unabhängig von Sonderereignissen zeigen sich große Entwicklungen eben erst über lange Zeiträume. Anderseits gewinnt in diesem Herbst die kurzfristige Perspektive: Bleiben Sie gesund!

Ihr Dr. Michael Held

Ihr Dr. Michael Held
Vorstandsvorsitzender TERRAGON AG

Zum Anfang des Artikels „Editorial“

Im Trend

 

Investmentmarkt für Service-Wohnen wächst auch 2020

Der Blick auf die Marktdaten zeigt: Die Corona-Pandemie kann der Attraktivität des Service-Wohnens nichts anhaben. Die Nachfrage der Investoren bleibt auch im Jahr 2020 hoch und beschert der Assetklasse einen neuen Rekord beim Transaktionsvolumen.

Service-Wohnimmobilien für Senioren bleiben ein begehrtes Investment. Auch unter den erschwerten Bedingungen des Jahres 2020 kann das Segment sein Wachstum fortsetzen, wie etwa Zahlen von CBRE zeigen. Dem Analyseunternehmen zufolge stieg das Transaktionsvolumen im dritten Quartal dieses Jahres auf 378 Millionen Euro. Somit wurden zwischen Juli und September mehr Umsätze erzielt als im gesamten ersten Halbjahr, als Service-Wohnimmobilien im Wert von 228 Millionen Euro gehandelt wurden.

Der demografische Wandel treibt die Kundennachfrage nach seniorengerechtem Wohnen an. Daher prognostiziert CBRE zudem, dass die Assetklasse als defensives Investment weiterhin auch ausländische Investoren anziehen wird. Daraus folge ein erhöhter Bedarf nach neuen Einrichtungen sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen im Bestand. Ebenfalls erfreulich: Die Researcher registrierten während der Corona-Pandemie keine Mietausfälle, was die langfristige Stabilität eines Investments in Service-Wohnimmobilien unterstreicht.

Deutlicher Nachfrageüberhang im Umland großer Städte

Die gute Entwicklung und das große Investoreninteresse am Segment zeigt sich ebenfalls in einer Studie des Bewertungsnetzwerks ENA Experts und des Beratungsunternehmens Drees & Sommer, über die das Handelsblatt exklusiv berichtet hat. Als Grundlage des Wachstums stellt die Untersuchung den Bewusstseinswandel in der Gesellschaft heraus: Die Mehrzahl heutiger und kommender Senioren lehnten eine Unterbringung in klassischen Pflegeheimen ab – der Umzug in eine Anlage für Service-Wohnen werde hingegen immer attraktiver.

Transaktionsvolumen

378 Millionen €

Ein besonders großer Mangel an Wohnungen sei in den städtischen Regionen abseits der großen Städte festzustellen, so die Analyse: In 19 von 20 bei der Erhebung berücksichtigten Kreisen herrsche eine wahrnehmbare Unterdeckung der Nachfrage. Bereits 2018 hätten in diesen Gemeinden etwa 50.000 Wohnungen gefehlt, bis 2030 werde der Mangel um 42 Prozent auf dann 71.000 Einheiten steigen. Entsprechend rechnet auch diese Studie mit einer langfristig weiterwachsenden Investorennachfrage – und dem Anstieg des jährlichen Transaktionsvolumens auf mehr als eine Milliarde Euro.

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Im Fokus

 

Umfrage: Integration in der Residenz und Gestaltungsspielraum sind entscheidend

Um unsere Produkte weiterzuentwickeln, haben wir gemeinsam mit AGAPLESION sowohl Bewohner einer von TERRAGON errichteten Senioren-Wohnanlage befragt als auch Senioren, die sich gegen eine solche Einrichtungen entschieden haben. Das Ergebnis hat uns gezeigt, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt und dass die transparente Darstellung unserer Angebote bislang noch nicht optimal war.

„Anschluss zu finden, ist mit schwergefallen. Ohne meine Freundin, die mich immer mitgenommen hat, hätte ich mich hier vermutlich nicht so wohlgefühlt.“

Kritisch ist demnach vor allem der Zeitraum des Ankommens und der Eingewöhnung. Aufgrund dieser Erkenntnis wird nun unser Angebot zur Unterstützung beim Kennenlernen der anderen Bewohner klarer und auch häufiger kommuniziert.

„Eine Möglichkeit, auch mal in Gesellschaft gemütlich zu sitzen, wäre schön. Es gibt das Kaminzimmer, aber da wird ständig die Tür aufgerissen.“

Ein weiteres Ergebnis der Befragung sind längere Öffnungszeiten des Restaurants, damit die Bewohner dort auch abends in Gesellschaft sein können, sowie kleinere und gegebenenfalls auch reservierbare Gesellschaftsräume für das Treffen mit Freunden.

Bemängelt wurde teilweise eine zu kleine Küche beziehungsweise die Ausstattung der Küche. Insbesondere diese Ergebnisse der Befragung sind sehr aufschlussreich und wertvoll für uns. Wir haben daraus unsere Konsequenzen gezogen, um unser Angebot noch zu verbessern.

„Ich muss mich hier nicht einschränken und kann tun und lassen, was ich möchte.“

„Gesellschaft ist mir wichtig. Ich war immer gerne unter Leuten.“

Die Befragung bestätigt erneut den Wunsch nach Services, die das tägliche Leben erleichtern und die bedarfsweise in Anspruch genommen werden können. Neben der Hilfe im Haushalt schätzen die befragten Senioren insbesondere die Unterstützung bei Sondersituationen wie Urlaub oder Quarantäne – was gerade jetzt wieder ein sehr aktuelles Thema ist.

„Die Finanzierung ist sehr gut. Man weiß genau, was man bekommt, und ich habe Sicherheit.“

„Ich mache mehrmals die Woche Nordic Walking, das hält mich fit.“

„Die Umgebung ist sehr schön und die Aussicht von meinem Balkon ist toll.“

„Ich würde grundsätzlich nichts anders machen, es ist grün und sehr gepflegt.“

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Im Interview

 

„Die Investorennachfrage bleibt hoch“

Sabine Hirtreiter ist Co-Autorin des ZIA-Frühjahrsgutachtens 2020 und kennt den Markt für Seniorenwohnen genau. Ein kurzes Gespräch mit der bulwiengesa-Expertin über 2020 und die langfristige Perspektive des Segments.

MW: „Frau Hirtreiter, 2020 ist ein gutes Jahr für Wohninvestoren“. Würden Sie das so unterschreiben?

Sabine Hirtreiter: Das ist etwas forsch, aber gewissermaßen stimmt es. Der Markt war im März und April erst verhalten – da herrschte noch Unsicherheit über die Folgen. Aber in den vergangenen Monaten hat sich das Segment in der Breite besser entwickelt als beispielsweise Hotels und Büroimmobilien. Das korrespondiert mit den Preis- und Mietsteigerungen, die immer noch zu verzeichnen sind. Gerade langfristige Anleger schätzen diese Stabilität des deutschen Wohnungsmarkts, der kaum Schwankungen unterliegt. Andererseits ist Wohnen nicht gleich Wohnen. Man muss da differenzieren.

MW: Wie hat sich die Nachfrage beim Seniorenwohnen Ihrer Beobachtung nach entwickelt?

Sabine Hirtreiter: Aufgrund der derzeitigen Auftragslage können wir bei bulwiengesa aktuell sogar ein gesteigertes Interesse an Gesundheitsimmobilien feststellen. Auch nach CBRE-Daten ist sie über das gesamte Segment der sogenannten Gesundheitsimmobilien – darunter werden Pflegeheime und Service-Wohnen, aber auch Krankenhäuser zusammen betrachtet – in den ersten drei Quartalen 2020 um 45 % gegebenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr gestiegen. Die Investorennachfrage bleibt hoch.

MW: Wann wären denn beim Service-Wohnen mittel- und langfristig Beeinträchtigungen zu erwarten?

Sabine Hirtreiter: Kurzfristig können Einzelereignisse natürlich immer zu Phasen mit einer geringeren Nachfrage führen. Langfristig bringt aber die demografische Entwicklung unweigerlich einen wachsenden Bedarf mit sich. Das liegt nicht nur an der Alterung der Bevölkerung. Die Menschen leben heutzutage zugleich anders, in vielen Familien ist es nicht mehr realistisch, dass Angehörige zu Hause gepflegt werden. Das steigert die Attraktivität alternativer Wohnangebote wie das Service-Wohnen. Die Bewohner entscheiden sich oft vorausschauend für Sicherheit und Selbstständigkeit.

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IN EIGENER SACHE

 

TERRAGON mit weiteren Meilensteinen

TERRAGON hat im Jahr 2020 wichtige Meilensteine erreicht. Die Akquisitionspipeline summiert sich auf nunmehr insgesamt 800 Millionen Euro. Davon wurden nach Ende des Berichtszeitraums vier Projekte im Volumen von rund 330 Millionen Euro entweder bereits beurkundet oder befinden sich in der finalen Vorbereitung der notariellen Beurkundung. Das zum 30. Juni 2020 in Umsetzung befindliche Projektvolumen belief sich auf 284 Millionen Euro. Zudem konnten im ersten Halbjahr 2020 zwei Bauprojekte planmäßig fertiggestellt und übergeben werden.

Fortschritte bei der Vitalresidenz RIVIERA in Berlin

TERRAGON hat den Rohbau eines Teilkomplexes, „Haus San Remo“, im Rahmen der Entwicklung der Vier-Sterne-Residenz RIVIERA in Berlin-Grünau abgeschlossen. Mit dem Innenausbau wird zeitnah begonnen. Darüber hinaus verzeichnet TERRAGON eine hohe Nachfrage von potenziellen Bewohnern aus allen Berliner Bezirken. Für 74 der insgesamt 208 geplanten barrierefreien Wohneinheiten liegen bereits verbindliche Reservierungen vor, sodass erste Mietverträge noch im Jahr 2020 abgeschlossen werden. Die ersten Mieter können ihre Wohnungen voraussichtlich im Oktober 2021 beziehen.

Fertigstellung Wohn- und Betreuungsimmobilie in München-Trudering

Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde im September 2020 ein Mehrgenerationenprojekt in München-Trudering fertiggestellt und an die Eigentümerin und Betreiberin des Objekts, die Stiftung Katholisches Familien- und Altenpflegewerk, übergeben. Im Rahmen des Neubauprojekts wurden 41 barrierefreie Wohneinheiten mit einer Gesamtmietfläche von 1.589 Quadratmetern errichtet, davon 35 Wohnungen als Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen sowie weitere sechs Wohneinheiten, die über das Programm „München Modell Miete“ gefördert wurden. Ergänzt wird das an ältere und jüngere Interessenten gerichtete Angebot durch Betreuungsservices wie eine Tagespflege.

Neubauprojekt „Service-Wohnen in Wilhelmshaven“ gestartet

TERRAGON realisiert in zentraler Innenstadtlage von Wilhelmshaven und unweit des Hafens ein Neubauprojekt für Senioren-Wohnen. Dafür wurde im September 2020 ein ca. 5.630 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Bis 2024 sollen nach bisheriger Planung 157 betreute und barrierefreie Wohneinheiten mit 1,5 bis drei Zimmern im Vier-Sterne-Segment des Service-Wohnens entstehen. Der Baubeginn ist für 2022 geplant.

KARASVILLEN in Dresden bezugsfertig

Im Mai 2020 wurde die Service-Wohnanlage KARASVILLEN in Dresden-Blasewitz mit 44 barrierefreien Eigentumswohnungen planmäßig fertiggestellt. Die Wohnungen befinden sich in den zwei Neubauvillen „Amalie“ und „Elisa“ in zentraler Lage und unmittelbarer Nähe zum Schillerplatz.

„Service-Wohnen AM SCHLOSSPARK“ in Ahrensburg kommt voran

Die planmäßige Fertigstellung der Senioren-Wohnanlage „Service-Wohnen AM SCHLOSSPARK“ im schleswig-holsteinischen Ahrensburg wird bis Ende 2021 erfolgen. Insgesamt entstehen dort 99 Zwei- und Dreizimmerwohnungen sowie Service- und Gesellschaftsflächen. Eigentümer der Vier-Sterne-Residenz ist seit Jahresbeginn die Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft. Generalmieter und Serviceanbieter vor Ort wird eine Tochtergesellschaft der AGAPLESION AG, eines der größten diakonischen Werke Deutschlands.

Das zum 30. Juni 2020
in Umsetzung befindliche
Projektvolumen belief sich auf

284 Millionen €

Zum Anfang des Artikels „In eigener Sache“

IN DER PRESSE

 

Lernen aus der Coronakrise – nachhaltig muss mehr bedeuten als ökologisch

Die nächsten Monate werden ökonomisch ausgesprochen interessant. Nach und nach werden sich die wirtschaftlichen Folgen des wochenlangen Covid-19-Shutdowns zeigen: Wie schnell erholt sich die Nachfrage – sowohl auf globaler Ebene als auch beim Binnenkonsum? Welche Erfolge bringen Konjunkturpakete und staatliche Investitionsinitiativen? Und welche Auswirkungen wird dies auf maßgebliche Kennzahlen wie das Wirtschaftswachstum, den Arbeitsmarkt und das Zinsniveau haben? Wann und wie stark sich eine konjunkturelle Delle auch bei Real Assets auswirken wird, ist kaum vorherzusagen. Doch gerade auf den Wohnimmobilienmärkten, die in der Folge der Hochkonjunkturphase seit 2010 einen Rekord nach dem anderen erklommen, sind Korrekturen sicher zu erwarten.

Insbesondere längerfristig orientierte Investoren, die eine hohe Wertstabilität und moderates, aber kontinuierliches Wachstum anstreben, müssen aus dieser Situation die richtigen Lehren ziehen. So wird es beispielsweise nicht ausreichen, auf aktuelle Klimaverträglichkeitskriterien und ökologische Nachhaltigkeit zu achten – auch wenn man damit bisher auf einigen enger werdenden Märkten teilweise noch herausstechen konnte. In wenigen Jahren werden energieeffiziente Wohngebäude jedoch nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein. Entsprechend muss der bisher recht einseitig ausgelegte Nachhaltigkeitsbegriff im Angesicht der Krise neu definiert werden: Grundlage für sozialen und ökologischen Fortschritt ist eine nachhaltig positive ökonomische Entwicklung – und diese steht und fällt mit der Nachfragesituation.

Beim Wohnen gilt: Demografiefest ist krisenfest

Die wahrscheinlich sicherste Basis für deren Vorhersage bildet auf dem Wohnungsmarkt die demografische Entwicklung: Durch die steigende Lebenserwartung wird die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen bis 2030 um 28 Prozent auf knapp 21,8 Millionen wachsen. Diese Prognose macht das Service-Wohnen für Senioren, auch bekannt unter dem Begriff des betreuten Wohnens, zu einem attraktiven Segment. Denn gleichzeitig wird auch die Zahl der über 80-Jährigen innerhalb der kommenden zehn Jahre um 38 Prozent auf 6,2 Millionen steigen.

Dieser Beitrag von Dr. Michael Held ist bei IPE Institutional Investment veröffentlicht worden und ist in voller Länge und kostenlos auf der Internetseite des Mediums einsehbar:

https://tinyurl.com/yx8pzg7e